Peter Hollo: Find ich fotzig! ...eine Glosse

Ich habe auf LinkedIn gerade einen Post gelesen, da ordnet einer ein Thema in die drei Kategorien atzig, mausig und fotzig ein. Kann er machen, auch wenn die Begrifflichkeiten nicht von ihm stammen, sondern auch von anderen verwendet werden. Aber „fotzig“? Nicht etwa, dass man daran Anstoß nähme, sondern es wird freudig kommentiert und diskutiert. Als ob das das Normalste der Welt wäre.

 

Bitte Leute, bin ich alt geworden? Ist „fotzig“ inzwischen Business-Deutsch oder soll das nur die jugendlich rebellische Attitüde des Verfassers und der Kommentator*innenschaft dokumentieren?

 

Und an alle Frauen, und ich meine das wirklich ernst, fühlt ihr Euch von „fotzig“ denn nicht diskriminiert, obwohl der Begriff in eher positivem Kontext verortet wird? Warum „fotzig“ und nicht „schwanzig“? Ist „fotzig“ denn nicht ein ganz schlimm patriarchalischer Begriff? Ironie komplett aus.

 

Bisher hätte ich den Begriff „fotzig“ eher bei TikTok vermutet. Und im Vibe zu bleiben, von einer Trulle mit Schlauchbootlippen und Gummititten. Oder von einem, der im fleckigen Unterhemd vor dem Fernseher sitzt. Den vollen Aschenbecher und die leeren Bierflaschen, die kann ich bis hierher riechen. Übrigens, no offense to LGBTQIA+, auch wenn ich Euch nicht erwähnt habe.

 

Bin ich vielleicht ein Opfer patriarchalischer Vorurteile? Der böse schwarze, äh, weiße Mann? Und alt.

 

Ich frage mich wirklich, müssen wir denn verfickt nochmal jede Benchmark nach unten reißen? Rausfinden ob´s noch ordinärer und primitiver geht? Gerade in einer Zeit von puritanischem Eifer und geradezu manischer politischer Korrektseinswollenheit? Da passt doch etwas nicht zusammen. Da setzen wir auf der einen Seite Triggerwarnungen vor Videos in denen Hundewelpen beim Spielen in den Fressnapf fallen. Und auf der anderen Seite verrohen wir sprachlich komplett. Wie passt das zusammen?

 

Fick Dich Alder, ich versteh´s nicht. Erklärts mir.

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